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Kurz & knapp
Eine Therapie nach erfolgter Diagnose-
stellung ist in der Neurologie oftmals lebenslänglich durch-
zuführen, regelmäßig zu kontrollieren und anzupassen. Daher ist ein intensiver Kontakt zwischen uns und Ihnen als Haustierärztin oder
-arzt sowie Ihnen und dem Patienten bzw. Tierhalter für einen langfristigen Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung.
Alle Lehrbücher der Neurologie betonen die besondere Bedeutung der klinischen Untersuchung des Patienten. Die genaue Befragung des Patienten, die in der Tiermedizin leider nicht möglich ist, und die an den Beschwerden orientierte körperliche Untersuchung ist in der Neurologie überaus wichtig.
Im Laufe dieser Untersuchung bildet der Arzt Hypothesen über die Art der Erkrankung seines Patienten. Hierbei leitet ihn das Wissen um die Funktionsweise des Nervensystems (Neuroanatomie, Neurophysiologie), das Wissen um die verschiedenen neurologischen Erkrankungen und seine Erfahrung, der sogenannte klinische Blick für typische Kombinationen von Beschwerden und Zeichen bei bestimmten Erkrankungen.
Die Neurologie stellt daher für uns Tierärzte eine große Herausforderung dar, denn eine direkte Befragung des Patienten ist nicht möglich. Hier müssen wir uns ganz auf die Beobachtungsgabe der Tierhalter verlassen. Dementsprechend ist es uns insbesondere auf diesem Fachgebiet wichtig, eine intensive Kommunikation mit dem Tierhalter und Ihnen als überweisenden Tierarzt zu führen.
Die klinisch-neurologische Untersuchung mit einer standardisierten Vorgehensweise zur Überprüfung der Reflexe und Reaktionen nimmt bei der Diagnostik neurologischer Erkrankungen eine wichtige Stellung ein. Je nachdem, ob diese normal, gesteigert oder herabgesetzt sind und in welcher Kombination, kann in Verbindung mit den klinischen Symptomen eine topische Diagnose gestellt werden.
Erst wenn der Schädigungsort eingegrenzt ist, kann mit weiterführenden Untersuchungen begonnen werden, um eine Diagnose einzugrenzen. Weiterführende Untersuchungen sind neben Blut- und Röntgenuntersuchungen Liquorpunktionen, CT- oder MRT-Scans.
So umfasst z. B. eine Epilepsieabklärung bzw. die Diagnose einer primären Epilepsie neben der erwähnten Anamnese und klinisch-neurologischen Untersuchung eine ausführliche Blutuntersuchung zum Ausschluss internistischer (z. B. Hypokalzämie, portosystemischer Shunt) Ursachen, eine Liquorpunktion und -untersuchung zur Diagnose bakterieller oder entzündungsbedingter Ursachen (z. B. Meningoenzephalitis) sowie eine CT- bzw. MRT-Untersuchung des Gehirns zur Abklärung anderer Auslöser (z. B. Tumore, Hydrozephalus).

- Myelographie Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule



