Kurz & knapp

PiT-Programm = zweijähriges Turnusprogramm für Kleintiermedizin

Das Programm bietet die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und persönliche Interessen zu definieren und zu vertiefen.

Folgende Bereiche sind Gegenstand des Programms:

  • Klinikalltag und Untersuchungsroutine
  • Notdiensteinsätze
  • allgemeine Kommunikation
  • budgetieren und abrechnen
  • Erwerb umfassender Kenntnisse und später selbstständiges Arbeiten in allen Fachbereichen (Details siehe links)
  • Nutzung der internen und externen Weiterbildungs- einrichtungen (Journalclub, APS, Vorstellung eigener Fallpräsentationen)

Fachübergreifende Turnusausbildung  an der Tierärztlichen Klinik Ahlen.

Wir wollen nicht theoretisches Wissen vermitteln, sondern konkret zeigen, wie junge Tierärzte das erworbene Know-how ganz konkret in der Praxis einsetzen können.

Das zweijährige Turnusprogramm für Kleintiermedizin wurde eingerichtet, um jungen Tierärzten die Möglichkeit zu bieten, die im Studium erlangten Basiskenntnisse und -fertigkeiten zu erweitern und ihr Wissen in einen reibungslosen Klinikbetrieb einzubinden.

Die jungen Kolleginnen und Kollegen erhalten die Möglichkeit, Erfahrungen im Kleintierbereich zu sammeln und persönliche Interessen zu definieren und zu vertiefen. PiT bezeichnet eine vielseitige Ausbildung als Basis für Spezialisierung und spätere berufliche Praxis. Außerdem wird das Programm für die Weiterbildung zum ?Fachtierarzt für Kleintiere? anerkannt.

Einsatzplan
Die/Der im Programm involvierte Tierärztin/Tierarzt (PiT) arbeitet im normalen Klinikbetrieb (nach einer Einarbeitungszeit auch eigenverantwortlich). Daneben sollen anteilig Zeiten für Fortbildungsmaßnahmen (OP-Assistenz, Assistenz bei speziellen Untersuchungen, Aufarbeitung von Literatur, Vorbereitung von Vorträgen etc.) genutzt werden. Dabei wird die/der PiT nach einem bestimmten Rotationsplan in die einzelnen Spezialgebiete eingebunden.

Notfalldienst
Die Kleintierklinik Ahlen bietet einen 24-Stunden-Notfalldienst an. Nach einer individuellen Einarbeitungszeit nimmt die/der PiT aktiv am rotierenden Notfall- und Wochenenddienst teil. Während des Notfalldienstes ist die Anwesenheit des Tierarztes/PiTs in der Kleintierklinik vorgeschrieben. Die Aufgaben des Notfallarztes umfassen die Pflege der stationären Patienten und die primäre Versorgung der im Notfalldienst vorgestellten Patienten. Jederzeit ist ein sowohl medizinischer als auch chirurgischer Hintergrunddienst (2. Tierarzt) verfügbar.

Falldokumentation
Die/Der PiT soll über die Fälle, in die sie/er aktiv involviert war, Buch führen. Um den jeweiligen aktuellen Stand überprüfen zu können, soll das Caselog täglich nachgeführt werden.

Fallpublikation
Halbjährlich muss jeweils ein Fallbericht problemorientiert aufgearbeitet werden. Der für den jeweiligen Fachbereich Zuständige ist für die fachliche Betreuung verantwortlich, und die Fälle müssen bei einer Präsentation den versammelten Klinikern vorgestellt werden.

Es ist die Aufgabe jedes PiTs, innerhalb der 24-monatigen Ausbildung eine wissenschaftliche Arbeit (retrospektive/prospektive Studie oder einen Fallbericht) in einer deutsch- oder englischsprachigen Zeitschrift zu publizieren.

Evaluationen
Die erbrachten Leistungen und Fortschritte des PiTs werden zweimal innerhalb der Ausbildungszeit mit dem Kandidaten besprochen und schriftlich festgehalten. Kurze Evaluationen durch die jeweiligen Spezialisten sind am Schluss jeder Rotation vorgesehen. Der PiT führt in allen Fachrichtungen selbstständig ein Fallprotokoll (Caselog), welches fortlaufend aktualisiert wird. Ebenfalls führt jeder PiT ein Verzeichnis über die besuchten Weiterbildungen und die gehaltenen Vorträge und Fallpräsentationen.

Rotationsplan
Die/Der PiT rotiert in den einzelnen Fächern (Chirurgie, Innere Medizin, Ophthalmologie, Dermatologie, Radiologie, Zahnheilkunde) gemäß gesondertem Rotationsplan.

Ausbildungsprogramm und Ausbildungsziele
Allgemein sollen innerhalb der zwei Jahre folgende Kenntnisse erworben werden:
PiTs sollen in der Kommunikation mit Tierbesitzern und Tierärzten geschult werden und erwerben Grundkenntnisse im Budgetieren und Verrechnen von tierärztlichen Leistungen.

Ziele im Bereich der Anästhesiologie und Intensivmedizin
- Selbstständiges Durchführen von Anästhesien von ASA-I und
  ASA-III-Patienten
- Erstellen von Analgesieregimes und Verständnis für die Verwendung
  einzelner Analgetika
- Führen eines Narkoseprotokolls
- Verstehen und Anwenden des anästhesiologischen Monitorings
- Theoretisches und praktisches Anwenden verschiedener
  Lokalanästhesietechniken
- Grundlagen der Funktionsweise der Anästhesiegeräte

Ziele im Bereich der bildgebenden Diagnostik:
a) Bereich Röntgendiagnostik:

- Grundkenntnisse in Gerätekunde
- Einstell- und Lagerungstechnik
- Angewandter Strahlenschutz
- Bildbefundung
- Nativ- und Kontrastdarstellungen

b) Bereich Ultraschalldiagnostik:
- Grundkenntnisse in Gerätekunde
- Untersuchungsgang Abdomen, Herz
- Diagnosen und Differentialdiagnosen, Befunde

c) Bereich CT (limitiert):
- Indikationen für jeweiliges Verfahren
- Bildinterpretation

Ziele im Bereich der allgemeinen Chirurgie:
- Allgemeine Untersuchungsroutine
- Problemorientiertes Aufarbeiten der Patienten
- Erheben der Anamnese, Diagnose/Differenzialdiagnosen,
  Diagnostikplan/Therapieplan
- Hygienemanagement im OP (Sterilität, Abdeckmethoden etc.)
- Assistenz bei Operationen
- Selbstständige Durchführung von kleineren Eingriffen
  (Wundversorgung, Kastration) und
  Notfalloperationen (Magendrehung, Kaiserschnitt)

Ziele im Bereich der Augenheilkunde:

- Beherrschung der Untersuchungsroutine
- Erheben der Anamnese
- Direkte und indirekte Ophthalmoskopie
- Spaltlampenbiomikroskopie
- Schirmer-Tränentest
- Fluoreszeinprobe
- Tonometrie
- Probennahme für Zytologie und Bakteriologie
- Erstellen von Befunden
- Erstellen von Therapievorschlägen
- Assistenz bei Operationen

Ziele im Bereich der Zahnheilkunde:
Beherrschung der Grundprinzipien der Tierzahnheilkunde, dazu gehören
- Stomatologischer Untersuchungsgang
- Zahnprophylaxe
- Parodontologie
- Exodontie

... sowie Operationstechniken der parodontalen Chirurgie
Dazu zählen
- Gingivoplastik
- Gingivektomie
- Physiotherapie

Ziele im Bereich der Physiotherapie:
- Grundprinzipien und Indikationen der Physiotherapie
- Physiotherapeutische Untersuchungsroutine
- Anwendung von Hilfsmitteln der Physiotherapie
  (Reizstrom, Wasserlaufband)

Ziele im Bereich der allgemeinen inneren Medizin:
- Erweiterung und Vertiefung der im Studium erworbenen theoretischen
  und praktischen Kenntnisse beim Kleintier
- Propädeutik und allgemeiner Untersuchungsgang
- Spezielle Untersuchungsgänge der verschiedenen Fachrichtungen
- Formulieren von Problemlisten, der dazugehörigen
  Differentialdiagnosen sowie deren Gewichtung und das
  Erstellen von diagnostischen und therapeutischen
  Plänen
- Umsetzen der erarbeiteten Pläne
- Erlernen und Üben der wichtigsten invasiven diagnostischen
  und therapeutischen Eingriffe beim Kleintier, inkl. Notfalllabor
- Pharmakotherapie beim Kleintier
- Infusionstherapie
- Notfallbehandlung und -maßnahmen

Ziele für Spezialabteilungen in der inneren Medizin (Kardiologie):

- Anfertigung und Interpretation von Elektrokardiogrammen
- Blutdruckmessung
- Grundkenntnisse in Echokardiographie und Interpretation
  von Echokardiogrammen

Ziele im Bereich der Dermatologie:
- Dermatologische Untersuchung
- Anfertigung und Interpretation von Hautgeschabseln
  und Zytologiepräparaten
- Interpretation von Biopsiebefunden
- Pharmakotherapie

Ziele im Bereich der Onkologie:
-
Onkologische Untersuchungsroutine
- Anfertigung von Feinnadelaspirationsbiopsien
  (Erlernen von Chemotherapieprotokollen)

Ziele im Bereich der Neurologie:
- Erlernen und Üben der neurologischen Untersuchungsroutine
- Beurteilen der Ergebnisse und Lokalisation der Symptome
- Grundkenntnisse in speziellen Untersuchungsmethoden
  (Myelographie, Liquoruntersuchung)

Ziele im Bereich der Endoskopie:
- Erlernen des Handlings und der Reinigung von Endoskopen
- Praktische Durchführung von Endoskopien nach Indikation
  unter Anleitung

Ziele im Bereich der Reproduktionsmedizin:

- Endokrinologie der Fortpflanzung
- Geburtshilfliche Untersuchung
- Gynäkologische Untersuchung
- Andrologische Untersuchung
- Untersuchung des Neonaten
- Erstellen von Befunden
- Erstellen von Therapievorschlägen
- Assistenz bzw. Durchführung von Operationen
  (Kastration, Kaiserschnitt)

Ziele im Bereich der Labormedizin:
- Grundbegriffe Hämatologie, klinische Chemie, Zytologie
- Grundkenntisse zur Vorbereitung, Lagerung und Versand
  diverser Proben
- Praktische Durchführung einfacher Untersuchungstechniken
  (Harn, Liquor, Synovia, Punktate, parasitologische Kotuntersuchung)
- Befundinterpretation; Durcharbeiten praktischer Beispiele

Die PiTs sind eingeladen, die Laboruntersuchungen für die ihnen zugeteilten Patienten im Labor zu begleiten (z. B. Mitschauen bei Zytobeurteilung, Befundbesprechung).

Möglichkeiten im Rahmen der allgemeinen Fortbildung:
- Täglich: Röntgenvisite und Stationsvisite, Besprechung der
  ambulanten Patienten
- Einmal wöchentlich (montags): Journalclub.
  Dabei wird rotierend ein aktuelles Thema aus der Literatur vorgestellt.
- Halbjährlich: Vorstellung eines problemorientiert aufgearbeiteten
  Fallberichtes

Außerdem nimmt die/der PiT an den alle 2 bis 3 Monate stattfindenden klinikeigenen Fortbildungen für externe Tierärzte (Ahlener Praxisseminare = APS) teil.

Wenn Sie noch Fragen haben oder sich für PiT bewerben möchten, rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns eine E-Mail.